Sprache, Literatur und ich

Birgit Herold

Ich bin in einem kleinen Dorf in Schwaben im Landkreis Tübingen aufgewachsen und habe Sprachwissenschaften studiert. Als Diplom-Übersetzerin arbeite ich seit vielen Jahren selbständig. Für meinen ersten Roman - über die einzige historisch bekannte Lohnschreiberin in Deutschland - habe ich viele Jahre historische Recherchen angestellt, auch in mittelalterlichen Quellen und an den Schauplätzen der Handlung. Ich lebe mit meinem Mann im Saarland.

Kein Tag ohne Buch

Vom ersten Buch, das mir meine Eltern in der ersten Klasse schenkten („Ferdinand, die Ameise“), bis heute kann ich mir die Welt ohne den Zauber der Buchstaben nicht vorstellen. Während meines Abiturs verstand es unsere wunderbare Deutsch-Lehrerin, uns nicht nur das richtige Lesen, sondern auch die Kniffe der Schriftsteller und Dichter nahezubringen. Neben der Literatur waren es die fremden Sprachen, die mich faszinierten. Der Berufswunsch war schnell klar: ich wurde Übersetzerin. Ich übersetze, lese und spreche Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch. Bald nach dem Studium machte ich mich selbständig und führe seit über dreißig Jahren ein Übersetzungsbüro. Immer schon gab es Berührungspunkte und Ansätze für eigenes literarisches Schaffen, doch es dauerte viele Jahre, bis mich die richtige Geschichte für den eigenen Roman fand.

Die Herkunft guter Wörter

Unter diesem Titel gibt es hier Kostproben der Erklärung schöner deutscher Wörter. Siehe dazu der Abschnitt "Wie ich zur Geschichte der Clara Hätzlerin kam".  Schauen Sie öfter mal rein, es wird immer wieder neue und schöne Wörter geben.

Wolke

Die Wolke kommt aus der indogermanischen Wurzel „uelg“, das mit Feuchtigkeit zusammenhängt, die Wolke ist die „Regenhaltende“ oder „Feuchte“. Im frühen Englisch war „welkin“ gleich der ganze Himmel, vielleicht weil es auf der britischen Insel so oft wolkenbedeckt ist? Es gibt so viele Wolkenformen, dass es sogar ein internationales Wolkenklassifizierungssystem gibt, mit so hübschen Namen wie Cumulonimbus (Gewitterwolke) oder Nimbostratus virga (eine Regenwolke). Hier mein Lieblingsgedicht mit Wolke:

Am Berge Ging-ting-schan

Da flogen Vögel hoch am Himmel und flogen fort.
Da zog eine Wolke still und einsam zum fernen Ort.

Da waren wir beide allein und sahen einander an,
und wurden nicht müde dabei: ich und der Ging-ting-schan.

(der chinesische Dichter Li T’ai-po, 701 – 762)

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